Öffentlicher Personennahverkehr: Umweltfreundliche Mobilität
Kanalisierung von immer mehr Straßen und Schienenwegen in Siedlungsräumen?
In Graz wird das Straßenbahnnetz erweitert, gleich drei Linien werden verlängert. Schon vor Jahren setzten Städte wie Zürich mit Erfolg auf den Ausbau und die Attraktivierung von Straßenbahnen – oft gepaart mit der Förderung des Fußgänger- und Radverkehrs, um den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. So lassen sich Verkehr und seine Emissionen in Summe reduzieren. Graz ist damit auf einem guten Weg.
Inzwischen wurden viele technische Entwicklungen auch für die Nutzer von Straßenbahnen nachegeholt und umgesetzt. Bei neuen Straßenbahnen müssen nicht mehr hohe Stufen überwunden werden. Gerade ältere oder gebrechliche Menschen, Rollstuhlfahrer und auch für Fragen mit Kinderwagen schaffen die alten Waggons mit ihrem unnötig hohen Innenniveau eine kaum zu bewältigende Barriere.
Eines ist fast jeder Art von Verkehr gemeinsam, die Entstehung von Emissionen – sieht man vom Fußgänger- und Radverkehr ab. Es entstehen bei den verschiedenen Verkehrsarten unterschiedlich starke Schallemissionen pro Verkehrsteilnehmer; die Folge sind Schallschutzmauern entlang von Hauptdurchzugsstraßen von Straßenbahnschienen und auch von Bahngleisen. Diese Wände, die zu einer Kanalisierung der Verkehrsräume führen, werden zunehmend zu einem Problem von Stadt- und Ortsbildern und wären insbesondere an Gleiskörpern nicht notwendig, wenn man sich mit dem Problem der Reduzierung der Schallemissionen an Gleisen, Zugmaschinen und Waggons früher auseinandergesetzt hätte.
Es wird kaum die Schallentstehung, fast ausschließlich das Symptom bekämpft. So entstehen heute mit zunehmender Geschwindigkeit Mauern und Wände, die unsere Siedlungsräume durchziehen, die Hauptverkehrswege werden kanalisiert. Stadt- und Ortsgestalter bemühen sich um Ensemblegestaltungen, auf der anderen Seite werden überdimensionale Wände quer durch ganze Dörfer und Städte gebaut. Da fehlt der Sinn fürs Ganze. Die Mobilität wird unattraktiv.
Hasso Hohmann

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