Intelligente Fassaden der Vergangenheit
Glatte Fassaden müssen prägnant und können entlarvend sein, wenn sie nicht wirklich gut sitzen.
In früheren Kulturen, in denen man sich stärker mit der Natur arrangieren und ökologisch bauen musste, energiesparend und natürliche Phänomene nutzend, wurden viele heute kaum mehr verstandene Architekturelemente für Funktionen entwickelt, die heute oft nur als Dekor verstanden werden. In den meisten Fällen lassen sich ältere Dekorelemente auf konstruktive, haustechnische oder andere Funktionen zurückführen.
Wer denkt heute schon bei den unterschiedlichen kleinen Dachformen über Fenster gründerzeitlicher Fassaden an Konstruktives? Es gibt über den Fenstern oft flache kleine Dreiecksgiebel oder flache Segmentbogengiebel. Sie repräsentieren West- und Ostrom, das spätrömische Rom und Byzanz. Im Westen mit mehr Regen braucht man Satteldächer, im trockenen mittleren Osten, vor allem in Persien kann selbst ein Lehmgewölbe als Dach überlegen.
Die Giebelform ist aber auch Zeichen des konstruktiven Prinzips eines Dachstuhls, bei dem zwei gegeneinander gestellte Balken auf einem dritten stehen, der auf Zug beansprucht wird und das Dreieck zusammenhält. Etwas Ähnliches wurde auch schon in der Antike und später vor allem in der Renaissance über Laibungen von Maueröffnungen zur Entlastung des horizontalen Sturzsteines eingebaut – zwei gegeneinandergestellte Steine.
Statt dieser Steine kann man auch einen flachen Bogen aus vielen Steinen zur Entlastung des Sturzes oberhalb einbauen. Die Erfindung des Schlusssteingewölbes kam nicht aus Europa sondern aus dem Orient – entweder aus Persien oder Ägypten.
Es gibt bis in unsere Zeit viele Dekorelemente, die bisher oder immer noch eine Funktion hatten oder haben. In diesem Heft sollen unterschiedliche Gitterformen aus unserem Raum, aus Griechenland und auch aus Amerika auf ihre Sinnhaftigkeit untersucht werden. Es sind Fassaden mit sinnvoller form und oft interessanter Gestaltung.
Hasso Hohmann

Hasso Hohmann S. 2
INTELLIGENTE FASSADEN DER VERGANGENHEIT
Charlotte O´Connor/Eléonore de Merode S. 10
EUROPEAN UNION PRIZE FOR CULTURAL HERITAGE/EUROPA NOSTRA AWARD 2005
Wiltraud Resch S. 12
CULTURAL TOURISM: ITS ENCOURAGEMENT AND CONTROL
Reinhold Budde S. 14
DIE „ROUTE DER INDUSTRIEKULTUR“ IM RUHRGEBIET
Redaktion S. 16
INNICHEN. INITIATIVE FÜR STADT- UND ORTSBILDPFLEGE IN SÜDTIROL
Armin Hartmann S. 18
UMNUTZUNG EINER INDUSTRIEBRACHE. WOHNGEBIET MIT REWE MARKT IN HATTINGEN
Anna M. Hohmann-Vogrin S. 19
KINDER IN DER STADT. WIE KINDGERECHT KANN DIE STADT SEIN? WIE KANN DIE STADT KINDGERECHT SEIN?
Hasso Hohmann S. 21
DACHAUFBAUTEN. KASTNER & ÖHLER UND DAS UNESCO-WELTKULTURERBE VON GRAZ
REVITALISIERUNG IN DER STEIERMARK S. 23
MOSAIK S. 25
REZENSIONEN S. 27
