Zwillingswendeltreppen
Fußgängerzonen
In insgesamt fünf Folgen haben wir uns mit der Thematik „Fußgängerzonen“ auseinandergesetzt und uns damit dieser vielschichtigen Problematik mit 28 Beiträgen aus acht Ländern in ebenso differenzierter wie fundierter Art und Weise angenähert. Seit den 60er Jahren wurden in vielen europäischen Städten die innerstädtischen Kernbereiche zu Fußgängerzonen umgestaltet – mit durchaus unterschiedlichen Motiven: Etwa um die Belastungen durch den Individualverkehr abzubauen oder auch nur um ruhigere Einkaufszonen zu schaffen.
Wie die Erfahrungen – bei allen Unterschiedlichkeiten – zeigen, hat sich daraus fast immer eine Änderung des Branchenmixes ergeben, mit der Abwanderung etlicher Geschäfte an den Stadtrand bei gleichzeitigem Aufschwung der Gastronomie – vor allem durch Gastgärten – im Zentrum. In weiterer Folge war auch fast überall eine Abnahme der Wohnbevölkerung in den innerstädtischen Fußgängerzonen zu verzeichnen.
Der Individualverkehr konnte durch Fußgängerzonen zurückgedrängt werden, die Lärmbelastung insgesamt ist aber fast immer gestiegen. Die Verringerung der Wohnbevölkerung wird in der Regel jedoch erst einige Jahre nach Einführung einer Fußgängerzone spürbar, weswegen diese Nachteile beispielsweise in Städten der Slowakei oder Ungarn noch nicht so deutlich zu spüren sind, da dort Fußgängerzonen meist später eingeführt wurden als etwa in Deutschland oder Österreich.
Grundsätzlich ist zu sagen, daß Fußgängerzonen offensichtlich unumkehrbare Einrichtungen geworden sind, da sie den historisch gewachsenen mittel- und osteuropäischen Stadtkernen ihre Maßstäblichkeit und Erlebbarkeit wiedergeben. Die Nachteile, die sich durch die verstärkte Nutzung dieser Bereiche für intensive gastronomische und kulturelle Events ergeben, müssen aber sehr klar angesprochen werden. Ihnen ist vor allem im Hinblick darauf, daß gerade gewachsene Stadtkerne nicht zu reinen Rummelplätzen ohne Wohnbevölkerung verkommen dürfen, entschieden entgegen zu wirken.
Der Nutzungsmix -Wohnen, Arbeiten, Freizeit – ist es, der begehbare Innenstadtbereiche reizvoll und einzigartig macht. Zielführende Gegenstrategien werden Thema unserer Tagung in Graz im Kulturhauptstadtjahr 2003 sein!
Helmut Strobl
Präsident des ISG
Redaktion S. 2
FUSSGÄNGERZONEN FOLGE 5
– Santiago de Compostela, Spanien
– Zilina, Slowakei
– Steyr, Österreich
– Zürich, Schweiz
– Hoyerswerda, Deutschland
EUROPA NOSTRA AWARDS 2000 S. 10
Peter Laukhardt S. 12
LUZERN: EUROPA NOSTRA GENERALVERSAMMLUNG UND FORUM
Hasso Hohmann S. 13
ZERSTÖRUNG DER BUDDHA-STATUEN VON BAMIYAN
Peter Widmer S. 14
DIE RESTAURIERUNG DES RESTAURIERTEN. ERFAHRUNGEN EINES ARCHITEKTEN UND RESTAURATORS
Friedrich Mielke S. 16
ZWILLINGSWENDELTREPPEN. ZWEILÄUFIGE DUOZENTRISCHE WENDELTREPPENANLAGEN
REVITALISIERUNG IN DER STEIERMARK S. 18
Anniken Widje S. 19
KIERRINGOY: BÜRGERBETEILIGUNG ALS ERFOLGSREZEPT
Hasso Hohmann/Stephan Merk S. 20
NEUE FUNKTIONEN FÜR ALTE TEXTILFABRIK
MOSAIK S. 21
Alexander Ferstl S. 26
SANIERUNG VON KLEINKUNSTWERKEN. MODELLPROJEKT IN GRAZER MURVORSTADT
25 Jahre INTERNATIONALES STÄDTEFORUM GRAZ S. 28
REZENSIONEN S. 29
Dieter Bogner S. 32
MYTHOS GROSSSTADT – AUSSTELLUNG

