Revitalisierung bringt Beschäftigung

Magazin 1997/2

Beschäftigung und Lebensqualität

Hinter diesem sachlich wirkenden Motto des 47. Österreichischen Städtetages steht eine Aufforderung, wie sie größer nicht sein kann.
Die Zahl der Arbeitslosen in den 15 Ländern der Europäischen Union hat kürzlich die 20-Millionen-Grenze erreicht. Die Jugend ist davon am stärksten betroffen. Trotz intensiver Bemühungen von Verantwortungsträgern in Städten, Gemeinden, Ländern suchen Abertausende junge Menschen entweder eine Lehrstelle oder einen Berufseinstieg. Oft kommt auf mehr als 100 Bewerbungsschreiben entweder ein Nein oder gar keine Antwort.

Schwer betroffen sind auch Millionen Erwachsene, Frauen und Männer, die wegen Rationalisierungen, Betriebsschließungen, Ausgleich oder Konkurs ihre Arbeit und damit ihre gesicherte Existenz verlieren. Da gibt es tüchtige Leute, die vor ihrer Familie über lange Zeit die Kündigung verbergen, viele verfallen in Depression, manche nehmen sich das Leben.
Wie es scheint, sind diese tragischen Schicksale vielen coolen Managern und ihren nicht minder coolen Beratern ziemlich egal. Das Wort „Freistellung“ für brutale Kündigung sagt alles, die ins „Freie“ Gesetzten werden schon irgendwie zu Rande kommen.

Es ist zu fragen, warum Beschäftigte sogar dort abgebaut werden, wo Unternehmen schöne Gewinne erzielen. Oder ob einschneidende Rationalisierungen immer notwendig sind bzw. in sanften Schritten vollzogen werden könnten. Vielleicht trifft die Eiseskälte der Neokapitalisten eines Tages auch sie selbst. Von Pessimisten hört man, uns würde wegen der technischen Fortschritte die Arbeit ausgehen. Optimisten sind der Meinung, daß wir genug Arbeit hätten, wenn wir die großen Aufgaben im Übergang zum 3. Jahrtausend kraftvoll anpacken würden:

  • Die Rettung der Erde vor den drohenden Ökokatastrophen
  • Den Kampf gegen Hunger und Unterernährung
  • Den vordringlichen Ausgleich zwischen arm und reich, auch durch neue Maßnahmen für Benachteilige, Ausgegrenzte, Hilflose und das Millionenheer der Flüchtlinge
  • Die Sicherung der Demokratie und der Sozialstandards (Krankheit, Unfall, Alter)
  • Den Wiederaufbau der von Krieg oder Bürgerkrieg heimgesuchten Gebiete
  • Die weltweit notwendige Sanierung verfallender Dörfer, Städte und alter Industrieregionen

Arbeit gäbe es genug. Ob es genug weitblickende, ideenreiche, global denkende, sozial handelnde und dynamisch wirksame Zeitgenossen gibt, ist leider zu bezweifeln.

Prof. Max Mayr

Max Mayr  S. 2
Zukunftswerkstatt Europa: Vorrang für Beschäftigung

Wolfgang Fink  S. 4
Die Kriminalität in den Innenstädten nimmt zu

Jochen Georg Güntzel  S. 6
Der gotische Pferdestall

Karin Hohensinner  S. 7
Tschechische Inspiration

Max Mayr  S. 10
Fellner und Helmer bauten 48 Theater

Bundesministerin Elisabeth Gehrer  S. 12
Kampagne für Kulturerbe

Europa Nostra-Preise 1996  S. 16

Erich Lindner  S. 18
Europapreisträger nach Straßburg eingeladen

Das Echo zum ISG-Magazin  S. 19

Hasso Hohmann  S. 20
Erfahrungsaustausch mit von Krieg betroffenen Nachbarn

Max Mayr  S. 21
Schutzstollen wird Kulturstollen

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