Neue Nutzung für Industriedenkmäler
Fussgängerzonen
Wir planen nun eine neue Serie. Diesmal wollen wir über die Erfahrungen mit Fussgängerzonen in Mitgliedsstädten und Städten unserer Mitglieder berichten.
Die ersten Fussgängerzonen wurden bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geplant – bereits knapp nach der Erfindung des Automobils vor fast 100 Jahren. Die meisten sind aber erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts verwirklicht worden. Fast alle beschränken sich auf die Stadt- und Ortskerne. Sie wurden eingerichtet, weil der Verkehr zu stark, seine Emissionen zu gesundheitsgefährdend und die Unfälle von Fussgängern mit dem motorisierten Verkehr immer zahlreicher wurden.
Schon in der römischen Millionenmetropole Rom führte Julius Cäsar vor 2000 Jahren aus genau den gleichen Gründen eine großflächige Fussgängerzone ein. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang durften danach keine Pferdefuhrwerke mehr auf den Straßen Roms innerhalb der Wehrmauern fahren; Zustellungen und Abtransporte mit Fahrzeugen waren nur in der Nacht erlaubt. Dieses System wurde später auch in vielen anderen Städten des Imperium Romanum eingeführt und galt über mehrere Jahrhunderte.
In den meisten unserer Mitgliedsgemeinden entstanden Fussgängerzonen. Sie haben auch sekundär zu einer Veränderung in der Nutzungsstruktur dieser Zonen und ihres Umfeldes geführt. Umsatzsteigerungen und -rückgänge waren die Folge. Zustellung und Abholung per Automobil sind nur zu bestimmten Zeiten erlaubt, sonst sind nur Fussgänger, in manchen Zonen auch Radfahrer zugelassen. Die Abwanderung der Wohnbevölkerung konnte nicht überall gebremst werden. In manchen Zentren ging und geht die Kaufkraft zurück. Manche sprechen bereits von der „Verödung“ der Kernzonen -siehe ISG-Magazin 1/97 und 1/98.
Liegt das an den Fussgängerzonen? Gibt es andere Gründe und welche haben zu Fehlentwicklungen geführt? Wie kann sinnvoll korrigiert werden? Bitte schicken Sie uns eine kurze Darstellung der Situation in ihrer Stadt oder Gemeinde und beschreiben Sie die Gründe für die positive oder negative Entwicklung. Bitte senden Sie uns auch gute Farbfotografien aus Ihrer Fussgängerzone.

NEUE GEFAHREN FÜR HISTORISCHE ZENTREN. 5.FOLGE
– Andras Roman S. 2
Ungarn. Die Situation von historischen Städten
– Wolfgang Krejs S. 6
Krems, Österreich. Altes bewahren und neues fördern
– Jacek Purchla S. 8
Krakau, Polen. Bürgertum und Schutz des kulturellen Erbes
– Hasso Hohmann S. 10
Campeche Stadt, Mexiko. Revitalisierung auch in der Neuen Welt
REVITALISIERUNG IN DER STEIERMARK S. 12
Werner Schnieper S. 16
LANDSCHAFTSSCHUTZ IN DER SCHWEIZ
Redaktion S. 17
WÄRME AUS HOLZ. IMAGE-KAMPAGNE FÜR NACHWACHSENDE ENERGIETRÄGER
Redaktion S. 18
JAHR DER INDUSTRIEKULTUR 2000
Hasso Hohmann S. 19
SIMMERINGER GASOMETER IN WIEN. UMNUTZUNG EINES MONUMENTALEN INDUSTRIEDENKMALS
Hasso Hohmann S. 20
DAS GRAZER RATHAUS – RENOVIERUNG
Josef Straßberger/Franz Reithofer/Redaktion S. 22
3. ALTENBERGER WASSERFORUM
Hasso Hohmann S. 24
CZESTOCHOWA: ZENTRUM POLNISCHER IDENTITÄT
MOSAIK S. 25
REZENSIONEN S. 31
NACHRUF HUBERT HOFFMANN S. 33
