Nablus: Weltkulturerbe teilweise zerstört

Magazin 2004/2

Historische Zentren und ihre Funktion

Es verschwanden die Läden an den Hausecken und zugleich wurde und wird die Wohnbevölkerung in den historischen Zentren immer weiter reduziert. Hierzu tragen auch die Event-Unkultur und Gokart-Rennen in der Altstadt und sonstiger Unsinn mit ohrenbetäubendem Lärm bei. Auch zu lange nachts geöffnete Lokale mit lärmenden Gästen sind Vertreibungsfaktoren. Dazu sind stetig steigende Mieten gekommen.

Inzwischen gibt es seit Jahren generell ein Geschäftssterben in den historischen Zentren. Nach dem Bau riesiger Shoppingcenters an den Peripherien unserer Ballungsräume haben internationale Geschäftsketten die historischen Zentren entdeckt, die Erdgeschosszonen werden praktisch austauschbar. In fast jedem Stadtzentrum gibt es Quelle, Horten, Wertheim, aber auch Spezialgeschäfte wie Nordsee, Pizza Hut oder McDonalds. Sie waren die ersten, die in den Stadtkernen den Wert des Ambientes wiederentdeckten. H+M, P+C, Don Gil, Deichmann, Salamander und andere folgten. Was sind die nächsten Schritte in der Entwicklung? Was meinen die Fachleute dazu? Wohin sollen sich die historischen Zentren weiterentwicklen – was ist sinnvoll?

Mit der meist kaum noch vorhandenen Wohnbevölkerung ist das verloren gegangen, was man „soziale Kontrolle“ nennt. Damit meint man, dass sich Diebe, Einbrecher und andere Kriminelle durch örtliche Wohnbevölkerung beobachtet fühlen. Daher scheint eine Anhebung der Bewohnerzahl in den zentralen Zonen sinnvoll. Wenn viele Geschäfte leer stehen, sollte dazu eine höhere Chance bestehen, da die Renditen, die Mieten pro Raumeinheit sinken. Wenn die Politik eventuell auch durch Förderungen nachsteuert, könnte die Sicherheit in den Zentren wieder gehoben werden. Aber dies ist nur ein Aspekt; in dieser und vielleicht auch noch in der kommenden Ausgabe des ISG-Magazins werden wir zu diesen Fragen Experten zu Wort kommen lassen.

Hasso Hohmann  S. 2
NABLUS: WELTKULTURERBE TEILWEISE ZERSTÖRT

Derselbe  S. 5
LAND DER LANGEN WEGE. DIE ISRAELISCHE MAUER

Reinhard Breit  S. 8
WAS IST FÜR DIE HISTORISCHEN ZENTREN UNSERER STÄDTE NOTWENDIG?

Anna M. Hohmann-Vogrin  S. 10
ALTSTADT WOHIN?

Richard Feierle, Alexander Keul  S. 12
EUROPAS HISTORISCHE ALTSTÄDTE – KULTUREVENTS UNTER KÄSEGLOCKEN?

Axel Wagner  S. 13
WOHIN SOLLEN SICH DIE HISTORISCHEN ZENTREN UNSERER STÄDTE KÜNFTIG ENTWICKELN?

Hasso Hohmann  S. 16
STÄRKEN UND SCHWÄCHEN VON ALTBAUTEN

Redaktion  S. 20
ZENTRALBIBLIOTHEK IN ULM. NEUER FIXPUNKT IN DER „KULTURMEILE“

Wiltraud Resch  S. 21
EUROPA NOSTRA MEETING IN GRAZ. MITTEL- UND SÜDOST-EUROPA IM BLICKPUNKT

REVITALISIERUNG IN DER STEIERMARK  S. 22

MOSAIK   S. 24

REZENSIONEN  S. 28

ISG-Generalversammlung  S. 30

Redaktion  S. 33
LEIBNITZ. EINE INNOVATIVE STADT

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