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Gute Nachrichten für die Nachkriegsmoderne in Frankfurt a.M.

Denkmalschutz für das Foyer der Städtischen Bühnen Frankfurt!

Das ISG widmete sein Jahresthema 2018 der Erhaltung der europäischen Nachkriegsarchitektur und hat dazu sowohl ein internationales Symposium als auch eine Publikation unter dem Titel „New Heritage“ (ISBN: 978-3-200-06263-4) herausgebracht.

In Österreich und international sind Bauten der Nachriegsarchitektur massiv gefährdet – und zwar aus ganz unterschiedlichen Gründen: Sowohl die schlechte Energiebilanz spricht für viele für den Abbruch, ebenso das „unmögliche Nachrüsten, um heutige Normvorgaben zu erfüllen“, etwaige Funktionsänderungen werden ebenso als Gelegenheit genutzt, das nicht erkannte Erbe zu zerstören; echte Baugebrechen, unüberlegte Renovierungen, schlichte Ingnoranz….die Liste könnte noch weitergeführt werden….haben zur Zerstörung wichtiger Bauzeugnisse der 1950er bis 1970er Jahre geführt.

Gerade Frankfurt am Main hat mit seiner Rekonstruktion der im 2. Weltkrieg zerstörten Altstadt über Jahrzehnte Schlagzeilen gemacht, denn gleichzeitig musste das „Technische Rathaus“ – ein Bauwerk der Nachkriegsära dafür fallen.

Nun scheint die Denkmalbehörde bei einem weiteren Bauwerk dieser Ära zumindest noch teilweise rettend einzugreifen: Das hessische Landesdenkmalamt hat das Foyer der 1963 eingeweihten Doppelbühne für Oper und Theater unter Denkmalschutz gestellt.

„Mit seiner urbanen, transparenten Fassade steht das Foyer für das neue, demokratische Selbstverständnis Westdeutschlands nach 1945. Es wurde als besondere Form eines öffentlichen Raums wahrgenommen und entsprechend genutzt,“ so Heinz Wionski, Leiter der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege im Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Das Glasfoyer mit seinen Goldwolken von Zoltán Kemény sei, so argumentiert das Denkmalamt weiter, einer der „wichtigsten Nachkriegsbauten der Stadt“ und denkmalwürdig. Eine formelle Eintragung in die Denkmalliste sei dafür nicht notwendig.“

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