Von Sarajevo bis Sarajevo
Am 28. Juni 1914 hat der serbische Nationalist Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gemahlin in Sarajevo ermordet. Die Stadt war damals Sitz der österreichisch-ungarischen Verwaltung von Bosnien und Herzegowina, das Attentat löste den Ersten Weltkrieg aus.
Am 8. Dezember 1992 meldeten die Nachrichtenagenturen, daß Sarajevo nach monatelangen Kämpfen von den Serben total umzingelt ist, auch das UNO-Hauptquartier wurde vom Granatenhagel getroffen.
Zwischen Sarajevo 1914 und Sarajevo 1992 hat die Menschheit zwei Weltenbrände und ungezählte weitere Kriege bzw. Bürgerkriege erlitten. Flächenbombardements, Atombomben und Raketenangriffe haben auch über alte Menschen, Frauen und Kinder unsägliches Leid gebracht. Im zerfallenen Jugoslawien zeigen sich die Folgen des Nationalismus seit dem Sommer 1991 auf grausamste Weise, doch die führenden Politiker und Militärs in Ost und West schauen tatenlos zu.
Die Großmächte haben sich in vielen Stellvertreterkriegen von Vietnam bis Afghanistan verrannt und (auch wirtschaftlich) verblutet, das um Einheit ringende Europa besitzt noch kein wirksames Sicherheitssystem.
So geht auch in der Weihnachtszeit das Morden weiter, Sarajevo ist zu einem Schandmal „moderner“ Menschen- und Kulturvernichtung geworden!
