Neue Gefahren für historische Zentren

Magazin 1998/4

Durch ungebremsten wirtschaftsorientierten Erneuerungsdruck in den historischen Zentren europäischer Städte und Gemeinden wurde in den ersten 20 Jahren nach dem 2. Weltkrieg auch viel gute historische Architektur zerstört – in Deutschland zwei Mal mehr als während des Krieges.

Die ehemals wunderschöne Kleinstadt Höxter beispielsweise bestand 1950 noch aus einem einzigartigen Ensemble historischer Bauten ohne jeden Bombenschaden. Schon 1970 war ein großer Teil der alten Bauwerke durch Großkaufhäuser, Banken und Bürobauten im „Allerweltslook“ ersetzt.

Ende der 60er Jahre entstanden die ersten Gesetze zum Schutz des noch erhaltenen Bestandes und zur größeren Rücksichtnahme bei Neubauten. Seither ist etwa die Zeit einer Generation vergangen. Daher scheint es nicht ganz zufällig, dass jetzt verstärkt ein Trend zu einer weniger rücksichtsvollen Architektur und zu einer sorgloseren Bereitschaft zum Abbruch von Altbauten festzustellen ist. Bestehende Gesetze und ihre Einrichtungen werden derzeit wieder zunehmend in Frage gestellt.

Die junge Generation, die sich kaum mit den Problemen der Erhaltung wertvoller historischer Ensembles auseinandergesetzt hat, kommt jetzt in entscheidende Positionen. Neue Aktionen zur Vermittlung der Werte des historischen Erbes müssen daher gesetzt werden. Schulen und Hochschulen sind aufgerufen, sich dieser Aufgabe verstärkt anzunehmen.

Aktionen wie „Rettet die Grazer Altstadt“ 1972 in Graz oder das „Jahr der Ortsbildpflege und Gestaltung“ des ISG 1980/81 in der Steiermark sollten adaptiert und erneut durchgeführt werden.

Helmut Strobl  S. 2
Kunsthaus – Kulturbauten. Einigkeit in der Stadt. Chance für das Kunsthaus.

NEUE GEFAHREN FÜR HISTORISCHE ZENTREN 1. Folge

– Alfred Stingl  S. 2

– Peter Schachner-Blazizek  S. 3

– Kurt Jungwirth  S.4

– Gertrude Celedin  S. 5

Franz Neuwirth  S. 6
Ensembleschutz und Ortsbildpflege in Österreich

Viera Medelská  S. 9
Kosice, Slowakei – Komplexe Rekonstruktion der Hauptstraße

Jana Husaroa/Alex Tahy
Bratislava, Slowakei – Denkmalschutz ist die moralische Pflicht der gesamten Gesellschaft

Redaktion  S. 11
Schaffhausen, Schweiz – Förderungsfonds und Stadtbildkommission

Rainer Bruha  S. 12
Freiberg, Deutschland – Goldplakette für die Erhaltung des historischen Stadtraums
Passau, Deutschland – Mit historischem Stadtboden behutsam umgehen

Niklaus Ledergerber  S. 13
St. Gallen, Schweiz – Den St. Gallern liegt die Altstadt am Herzen

Eberhard Kraigher  S. 14
Klagenfurt, Österreich – Schon dreimal von Europa Nostra ausgezeichnet

Johann Peer  S. 14
Feldkirch, Österreich – Historische Kulturlandschaft

Peter Brucker  S. 15
Leoben, Österreich – Die Altstadt wurde zum le(o)benswerten Zentrum

European Heritage Days. Tage des Europäischen Kulturerbes 1998  S. 16

REZENSIONEN  S. 20

Wilhelm Harer  S. 21
STARI GRAD – TREFFEN DER UNESCO-KOORDINATOREN FÜR WELTKULTURERBE

Josef Straßberger/Franz Reithofer  S. 24
2. ALTENBERGER WASSERFORUM – WASSER BEGREIFEN

Ulriker Huwer/Andrea Rau  S. 26
MEHR VELO-CITIES IN DEUTSCHLAND?

VERANSTALTUNGSBERICHTE  S. 29

Peter Laukhardt  S. 33
TAG DES OFFENEN DENKMALS IN QUEDLINBURG

Kurt Ackermann/Claudia Ackermann  S. 37
IMPRESSIONEN AUS MALI

 

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