Land in Sicht – Sonderausgabe
Europameisterschaft 1986 und Weltmeisterschaft 1987 im Ballonfahren. Majestätisch treiben die bunten Heißlufthüllen über die Gegenden der Oststeiermark. Land in Sicht – Land im Licht…
Wir haben für das Titelbild dieser Sonderausgabe der ISG-Nachrichten Blüte und Frucht als Symbole für Saat und Ernte miteinander verknüpft. Hoffend, daß die vielen Ideen der europäischen Kampagne für den ländlichen Raum auf guten Boden fallen und bis in das dritte Jahrtausend nachwirken.
„Laßt uns das Beste aus dem Land machen!“ Der frühere französische Ministerpräsident und oberste Repräsentant der Kampagne, Edgar Faure, und sein Mediensprecher Georges Calteux, haben diesen Aufruf im Beisein der führenden Europapolitiker Alain Poher und Simon Veil zur Einstimmung auf die 18 Monate dauernde Großaktion formuliert.
Laßt uns also das Beste aus dem Land machen, indem wir Fehlentwicklungen stoppen, Gefährdungen und Zerstörungen vermeiden und durch kraftvolle Schritte eine bessere Zukunft gestalten.
Viele Landbewohner, speziell die Bauern, warten voll Sehnsucht auf Lichtpunkte am Horizont. Es sind die bäuerlichen Menschen Europas, die unsere Kultur- und Erholungslandschaft für die Städter sichern und die bisher verhinderten, daß der Siedlungsbrei der großen Agglomerationen mit bedrohten oder gar sterbenden Wäldern zusammenstößt. Wir müssen uns daher vehement gegen jene Technokraten wehren, die Agrarfragen lediglich unter dem Aspekt des Rechenstiftes sehen.
Land in Sicht. Wir waren versucht, hinter diesen Titel ein Fragezeichen zu setzen, weil viele ländliche Regionen (vorläufig) geringe Zukunftschancen haben, aber auch deswegen, weil es durch geistige und religiöse Ausdörrung, durch den Verlust von Eliten, durch Fremdbestimmung, aber auch durch Umwelt- und Bausünden zu dramatischen Abwertungen des Landes gekommen ist.
Wir haben das vorgesehende Fragezeichen weggelassen, weil wir das Land (auch) im Licht eines kraftvollen Aufbruchs sehen. Unser ISG-Spezial möchte diese Hoffnung verstärken. In diesem Sinne bitten wir alle Leser und Freunde um aktive und kritische Mitarbeit!
Prof. Max Mayr
Präsident des Internationalen Städteforums Graz
