Friendly Alien: Kunsthaus Graz

Magazin 2003/4

Grazer Dachlandschaft

Das Ende September 2003 eröffnete Grazer Kunsthaus bereichert seit kurzem die Dachlandschaft der Stadt Graz und wertet den westlich der Mur gelegenen Teil des Zentrums auf. Passt der spektakuläre Bau in seine Umgebung? Das Ensemble von steilen Ziegeldächern, das man vom Schlossberg gut einsehen kann, war eines der Argumente dafür, dass die Altstadt von Graz auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes kam!

Die meisten Grazer und Besucher sehen den Neubau als Bereicherung. Manche allerdings kritisieren den neuen Kunsttempel, der sich so gar nicht in die Dachlandschaft fügen will. Muss er dies aber wirklich? Fallen nicht immer schon Bauten mit besonderen kulturellen Funktionen aus dem „Rahmen“? Haben nicht schon immer Kulturbauten wie Kirchen oder Rathäuser auch eine Sonderform gehabt?

An jener Stelle, an der nun der Neubau steht, gab es bisher eine eher heterogene Dachlandschaft: das „Eiserne Haus“ mit seinem Flachdach, daneben einen Altbau mit Ziegeldeckung und einen riesigen Parkplatz, ein Sammelsurium, das sicher durch den Bau des Kunsthauses gewonnen hat und einen sehr interessanten Kontrast zum sonst realtiv homogenen Dächerensemble einbringt.

Dennoch muss man davor warnen, in einer als wertvoll erkannten Dachlandschaft auch nur kleine Kompromisse einzugehen – man kann von einr „Salami“ noch so dünne Scheiben abschneiden, irgendwann ist sie nicht mehr da. Das ist nicht fundamentalistisch, sondern logisch. In Graz macht die Zone 1, in der die Dachlandschaft als Teil des Welterbes geschützt ist, nur ca. 3% der Stadtfläche aus; das sollte auch für die Planerschaft als Tabu-Zone für grössere Dachveränderungen erträglich und tolerierbar sein.

Hasso Hohmann  S. 2
DACHLANDSCHAFTEN

Hasso Hohmann  S. 12
KUNSTHAUS GRAZ. NEUES WAHRZEICHEN FÜR DIE STEIRISCHE LANDESHAUPTSTADT

Redaktion/HH  S. 14
KINDERMUSEUM IM GRAZER AUGARTEN

Redaktion/HH  S. 15
MIT DEM LIFT ZUM GRAZER SCHLOSSBERGCAFÉ AIOLA

Redaktion/HH  S. 16
FREUNDLICHE TIEFGARAGE. ENORME INVESTITION EINES GRAZER GROSSKAUFHAUSES

Wiltraud Resch  S. 18
EUROPA-NOSTRA-KONFERENZ IN CAHORS

Hasso Hohmann  S. 19
GETREIDEKASTEN MIT GESICHT

Schweizer Heimatschutz   S. 20
KULTURGUT VON EUROPÄISCHER BEDEUTUNG. AKTION ZUR RETTUNG MITTELALTERLICHER HOLZHÄUSER

REVITALISIERUNG IN DER STEIERMARK  S. 22

MOSAIK  S. 24

REZENSIONEN  S. 26

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