Die Stadt der Zukunft
Explosion der Großstädte – Verödung der Dörfer
Wir haben diese Ausgabe im Hinblick auf den geplanten 5. Internationalen Kongreß für Altstadt und Baukultur des ISG unter das Motto „Die Stadt der Zukunft ist die Zukunft der Stadt“ gestellt. Während wir uns sorgen, wohin die Explosion der Großstädte führt, bewegt uns auch die bange Frage nach der Zukunft der ländlichen Regionen und der Dörfer. In weiten Teilen der Welt, speziell in Lateinamerika, Afrika und Asien gibt es einen ungehemmten Zuzug in die Megastädte mit ihren Slums, gleichzeitig verfallen alte Siedlungen, das Land wird menschenleer.
Manche Zonen Europas, vor allem die Berggebiete, sind bereits von diesem Negativtrend betroffen. In Häusern, die niemand mehr pflegt, leben vornehmlich alte Leute, die Jugend zieht es in die Ballungs- und Tourismuszentren.
Gegen diese Fehlentwicklung arbeitet die Europäische Union, federführend ist die Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Brüssel. Wie es in den informativ gestalteten Magazinen des Leader-Programmes heißt, hat sich innerhalb von drei Jahren ein Netzwerk von 217 Initiativgruppen gebildet, die Förderung für Projekte in verschiedenen EU-Ländern betrug in den Jahren 1991 bis 1994 rund 442 Millionen ECU aus den Strukturfonds. Das Budget für das innovative Leader II-Programm (1994 bis 1999) ist gewaltig aufgestockt, der Gemeinschaftsbetrag wurde mit 1400 Millionen EU festgelegt.
Auch die jüngste „Land in Sicht“ – Sendung des Österreichischen Fernsehens (ORF) aus Graz beschäftigte sich über Initiative von NAbg. Dr. Sixtus Lanner neuerlich mit der Aufwertung der Regionen. Es geht um „Leben in der Heimat“, um eine einigermaßen gerechte Verteilung der Mittel für die ausgeglichene Entwicklung innerhalb der Staatsgebiete. Ideenbringer für die Zukunft der Stadt müssen sich gleichzeitig um die Zukunft des Landes kümmern.
Die besten Köpfe sind gefordert, neue Strategien und Konzepte in die Tat umzusetzen.
Prof. Max Mayr
Präsident des ISG
