Denkmalpflege Architektur Energieoptimierung

18. Juni 2010 in Graz

Das erste Internationale ISG-Symposium im Jahr 2010 befasste sich mit Denkmalpflege / Architektur / Energieoptimierung:

Die gewachsenen Europäischen Städte sind ein unersetzbares Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgut. Um dieses Erbe zu schützen und zu entwickeln sind alle Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung gleichgewichtig zu berücksichtigen. Dazu zählen die wirtschaftliche Prosperität, der soziale Ausgleich und die gesunde und attraktive Umwelt. Mitunter gehört dazu die Adaptierung kulturhistorisch wertvoller Gebäude und Ensembles an die Erwartungen der Gegenwart einschließlich der Verbesserung ihrer Energiebilanz. Die energetische Gebäudesanierung stellt uns bei historischen, denkmalgeschützten Gebäuden vor neue und spezifische Herausforderungen.

Die Konferenz fokussierte auf eine der großen Zukunftsaufgaben im Immobilienmanagement einschl. derer in der Tourismusbranche: die Verbesserung der Energiebilanz von historischen – auch unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden – entsprechend den Richtlinien und Forderungen des Energieausweises und entsprechend dem Maßnahmenkatalog zur Erreichung der nationalen Klimaziele. Da insbesondere die für das Erscheinungsbild historischer Stätten schutzwürdigen Fassaden eine Dämmung von außen nicht zulassen, und eine Innenraumdämmung in vielen Fällen das bauphysikalische Klima massiv beeinträchtigen kann, bleibt der technische Spielraum für Energieoptimierung stark eingeschränkt. Das Austauschen der Fenster – auch das ist im denkmalgeschützten Bestand nicht immer einfach – und Dämmen der Dachböden kann nicht die ultima ratio in dieser Frage darstellen. Die Installierung umweltfreundlicher Energiesysteme wie z.B. von Solarpaneelen ist bei denkmalgeschützten Bauten ebenfalls sehr umstritten, weil es noch keine Systeme gibt, die sich „relativ“ unscheinbar in die Dachlandschaft integrieren lassen.
Bei der Erfüllung der Vorschriften zum Erhalt des Energieausweises wird auf Städte- und Gemeinden der größte Teil des Engagements entfallen. Auch die Optimierung in vielen touristisch genutzten historischen Gebäuden wirft viele offene Fragestellungen auf. In diesem Sinn ist zu hinterfragen, wann sich diese Kosten für Hausbesitzer und damit auch für die öffentliche Hand amortisieren. Gerade bei privaten Hausbesitzern wird diese Frage eine der wesentlichen sein, denn andernfalls werden viele Sanierungsmaßnahmen den fehlenden zukünftigen Renditen geopfert werden.

Aus der Erkenntnis heraus, dass dieses sehr aktuelle Thema in Graz und in der Steiermark noch nicht den gebührenden Stellenwert in der fachlichen Diskussion erreicht hat, wollten die Organisatoren der Konferenz zum Meinungsaustausch anregen, neue Lösungsansätze und Visionen vorstellen und auch bereits umgesetzte Projekte präsentieren. Als Vortragende kamen Fachleute aus unterschiedlichen Branchen und Institutionen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

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