© 2019 UMJ Schloss Eggenberg

Kulturerbe: Evaluieren – Integrieren – Kommunizieren

Dr. Barbara Kaiser - Die Fassung bewahren. Schloss Eggenberg - Zum Erhalt einer Welterbestätte.

Schloss Eggenberg, ab 1625 als Residenz des ambitionierten kaiserlichen Statthalters Hans Ulrich von Eggenberg (1568–1634) errichtet, ist politische Architektur, anspruchsvolle Legitimation für die Herrschaft einer neuen Familie. Das Schloss ist als riesiges Gleichnis erbaut, ein symbolisches Abbild des Universums, in dem der gelehrte Bauherr seine Vorstellung einer idealen Welt in einer Epoche von Chaos und Auflösung formuliert. Als die Familie Eggenberg bereits zu Beginn des 18.Jhs. erlischt, kommt ihr ehrgeiziges Projekt zum Stillstand, bleibt aber als seltenes Beispiel einer Residenz des Frühbarocks nahezu unverändert erhalten.

Entscheidend für den Rang von Schloss Eggenberg als Raumkunstwerk ist ein Zyklus von 24 Prunkräumen mit dem großen Planetensaal im Zentrum. In ihnen verbinden sich die Ausstattungsphasen von Barock und Rokoko zu einer aus heutiger Sicht untrennbaren Einheit von besonderem Reiz und ungestörtem Erlebniswert.

Der Schlosskomplex ist heute eine Abteilung des Universalmuseums Joanneum. Gebäude und Park sind gleich mehrfach geschützt: als Denkmal, Natura 2000 Europaschutzgebiet und Unesco Welterbestätte. Man könnte meinen, dass es damit ausreichend gesichert sei. Im Alltag erweist sich jedoch der Balanceakt zwischen denkmalpflegerischem Anspruch und Erfordernissen des modernen Museumsbetriebs, zwischen widersprüchlichen Gesetzesvorgaben und Budgetzwängen als tägliche Herausforderung.

Dr. Dr. h.c. Barbara Kaiser ist Kunsthistorikerin und Denkmalpflegerin. Sie hat Kunstgeschichte, Öst. Geschichte und Philosophie studiert und eine Postgraduate Ausbildung am ICCROM (International Centre for the Study of the Preservation and Restoration of Cultural Property) in Rom absolviert.

Sie war Direktorin des Steiermärkischen Landesmuseums und ist heute Leiterin der Abteilung Schloss Eggenberg & Alte Galerie am Universalmuseum Joanneum.

Wo: Technische Universität Wien, Hörsaal 7, Schütte-Lihotzky Hörsaal, 1040 Wien, Karlsplatz 13, Stiege 7, Erdgeschoß

Wann: 16. Jänner 2020 um 19.00 Uhr

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