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Jung und ein Denkmal

Evangelische Akademie Tutzing

Industriegebäude, Trafohäuschen, Raiffeisenbanken – viele Gebäude

der Vor- und Nachkriegszeit verschwinden, weil sie nicht mehr genutzt werden oder (vermeintlich) modernen Anforderungen nicht entsprechen. Doch mit jedem Abriss verlieren wir wertvolle Zeugnisse der Bau- und Kulturgeschichte. Angesichts ökologischer und gesellschaftlicher Heraus-forderungen gewinnen Erhalt, Umbau und Umnutzung zunehmend an Bedeutung. Brauchen wir neue Kriterien, um Denkmäler zu bewerten und Umnutzungen zu erleichtern?

Wir sprechen auf der Tagung insbesondere über Denkmalpflege auf dem Land, Siedlungsbauten und Wohnquartiere an den 1960er Jahren, die heutigen Herausforderungen an Kirchengebäude sowie Fragen der Umnutzung. Neben bekannten Wahrzeichen wie dem Olympiagelände in München geht es auch um weniger beachtete, unscheinbare Bauten auf dem Land.

Es ist zu befürchten, dass insbesondere Bauten des 20. Jahrhunderts von einer geplanten und allseits geforderten „Entbürokratisierung“ bedroht sind. Denn seit den 1970er Jahren hat sich der gesellschaftliche Konsens über Denkmalpflege gewandelt. Heute wird der Erhalt historischer Bauten oft als lästig betrachtet.

Die Denkmalpflege ist nicht nur Aufgabe von Fachleuten und Behörden – sie geht alle an. Gleichzeitig wird bürgerschaftliches Engagement erschwert, etwa durch politisches Ausbremsen und durch drohende Einschränkungen von Bürgerbegehren und Verbandsklagerechten. Ein weiteres Problem: Der Denkmalschutz greift häufig erst, wenn Bauplanungen bereits fortgeschritten sind.

Auf der Tagung erproben wir erstmals ein neues Format, das „Kulturerbe-Parlament“, eine Plattform zur Vernetzung von Menschen aus Politik, Denkmalpflege und Zivilgesellschaft. Ziel ist es, Wege für eine Vorinventarisation der Denkmäler des 20. Jahrhunderts zu finden, um sowohl ihren Erhalt und als auch ihre Umnutzung gezielt(er) zu steuern.

Herzliche Einladung zum Diskurs im Schloss Tutzing!

Udo Hahn, Evangelische Akademie Tutzing; Dr. Birgit Angerer, Denkmalnetz Bayern; Dr. Rudolf Neumaier, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege e.V.

Es referieren:

Dipl.-Ing. (FH) Nikolaus Bencker, Denkmalpfleger (Univ.), Amtsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Nürnberg i.R.
Dr. Karin Berkemann, Diplom-Theologin und Kunsthistorikerin M.A., Mitherausgeberin des Online-Magazins moderneREGIONAL, Frankfurt am Main
Robert Brannekämper MdL, Architekt, Politiker (CSU), München Dr. Martin Bredenbeck, Kunsthistoriker, Deutscher Verband für Kunstgeschichte
Prof. Dr. Günther Dippold, Bezirksheimatpfleger Oberfranken
Prof. Dipl.-Ing. Nadja Häupl, Architektin, Professur für Städtebau, Leitung des Master-Studiengangs Architektur, Hochschule Anhalt, Dessau
Monika Drasch, Musikerin
Nicola Halder-Hass M.A., Bauhistorikerin, Geschäftsführende Gesell-schafterin BRICKS&BEYOND GmbH, Fachbeirätin Verband für Bauen im Bestand e.V.
Prof. Daniel Hoheneder, Architekt, Lehrbeauftragter bei der FH München, Bauen im Bestand, Kreisheimatpfleger Landkreis Rosenheim Prof. Dr. Andreas Putz, Professur für Neuere Baudenkmalpflege an der Technischen Universität München
Dipl.-Ing Tobias Schneider, Architekt, Immobilienökonom, SQM Immobilien GmbH, München
Dr. Sabine Weigand MdL, Schriftstellerin, Historikerin, Politikerin
(Bündnis 90/Die Grünen), Schwabach
Dr. Ulrike Wendland, Kunsthistorikerin, Geschäftsführerin des Deut-schen Nationalkomitees für Denkmalschutz, Berlin
Dr. Walter Zahner, Theologe, Ordinariatsrat, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Regensburg

 

Wann: 7. bis 9. März 2025

Wo: Evangelische Akademie Tutzing

 

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