Eine Zukunft für die Vergangenheit

ISG Nachrichten 1992/1-2

Weltweite Solidarität gefordert!

Mit großem Optimismus haben wir Europäer die Wende in den Jahren 1989-90 verknüpft. Die ISG-Nachrichten gaben mehrmals der Hoffnung Ausdruck, das letzte Jahrzehnt dieses für unseren Kontinent so tragischen Jahrhunderts möge zu einem friedvollen Ausklang werden.

Inzwischen hat sich nicht nur die Weltlage verdüstert, der Krieg im zerfallenen Jugoslawien zeigte uns, daß Nationalismus und Unmenschlichkeit leider nicht überwunden sind und sich das Wort des österreichischen Dichters Franz Grillparzer bewahrheitet: “ Von der Humanität durch Nationalität zur Bestialität“.

Über zwei Millionen Menschen sind aus ihrer Heimat vertrieben, Tausende getötet. Abertausende verletzt. Ganze Landstriche veröden, wertvollstes Kulturgut ist zerstört.

Angesichts dieser Tragödie haben der Grazer Bürgermeister Alfred Stingl und Kulturstadtrat Helmut Strobl nach Gesprächen mit Politikern in Brüssel vorgeschlagen, den 4. Internationalen Kongreß für Altstadt und Baukultur in Graz dem (leider!) neuerlich aktuellen Thema „Wiederaufbau nach Kriegszerstörungen – aber wie?“ zu widmen. Weltweite Solidarität ist gefordert.

Ein neuer Aspekt: In dieser Ausgabe bringen wir erstmals eine Farbdokumentation über „EUROPA-NOSTRA-AUSZEICHNUNGEN“. Sie sind ein Lichtblick, weil sie beweisen, daß es für vernachlässigte oder geschädigte Kultur- und Naturschätze Rettung geben kann.

Wir grüßen hiemit auch alle jene Empfänger der ISG-Nachrichten, die erstmals unsere Publikation kennenlernen. Zugleich laden wir herzlich ein, dem Internationalen Städteforum Graz (ISG) beizutreten.

Prof. Max mayr
im Namen von Präsidium, Vorstand und
dem Team des ISG

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