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Eine Kreisstadt zwischen den Welten

Buchvorstellung von ICOMOS Austria

Der vorliegende Band untersucht kulturelle Aushandlungsprozesse im Gefolge der Okkupation Bosniens und der Herzegowina (1878) durch Österreich-Ungarn. Die Politik der Versöhnung fand über das Medium der Architektur auch Niederschlag in den bosnischen Stadtbildern. Binnen eines Jahrzehnts kristallisierte sich ein Mischstil heraus, der als Anerkennung der andersgearteten kulturellen Tradition des Landes verstanden wurde.
In der Landeshauptstadt Sarajevo hinterließ die Architektur der Habsburgerzeit landmarks. Aber auch in der Provinz fand dieser orientalisierende („maurische“) Stil Niederschlag. Mehr als andere Orte prägte er die mittel-bosnische Stadt Travnik. Ihre Bestimmung zum Sitz der Kreisverwaltung, die Anbindung ans Eisenbahnnetz und Bautätigkeit infolge von Großbränden sorgten für Betrieb-samkeit im Kreisamt.
Welche Rolle Architekten und Ingenieure in Diensten der Landesverwaltung sowie ihnen übergeordnete Entscheidungsträger bei der Verbreitung dieses Stils und der Konsolidierung eines Formenrepertoirs spielten, ist die zentrale Frage der vorliegenden Untersuchung. Wie wurde kulturelle Annäherung administriert? Welche Formen nahm sie abseits der Metropolen an? Und wie steht es um dieses „koloniale” Erbe heute?

Wann: 5. März 2024 um 18.00 Uhr (Achtung Terminverschiebung auf März)

Wo: Gußhausstraße 28, 1040 Wien, 1. OG

Maximilian Hartmuth & Caroline Jäger-Klein
(unter Mitarbeit von Georg Vasold und Ajla Bajramović)
Eine Kreisstadt zwischen den Welten
Orientalisierende Architektur der Habsburgerzeit (1878-1918) in Travnik und Mittelbosnien ISBN 978-3-7011-0519-9
Informationen zum Projekt: ercbos.univie.ac.at

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